Dienstag, 1. September 2015

Monica Byrne - Die Brücke

Titel: Die Brücke
Originaltitel: The Girl in the Road
Autorin: Monica Byrne
Verlag: Heyne (hier kaufen!)
ISBN: 978-3-453-41784-7
Preis: 14,99 Euro
Seiten: 448
Teil einer Reihe: nein











Quelle: Heyne

Monica Byrne wurde in Harrisburg, Pennsylvania, als das jüngste von fünf Kindern geboren. Sie studierte Biochemie am Wellesley College und Geochemie am MIT. Sie arbeitete in den verschiedensten Berufen, bevor sie ihre wahre Berufung im Schreiben fand. Inzwischen hat sie mehrere Theaterstücke und ihren von der Presse gefeierten Debütroman Die Brücke veröffentlicht. Monica Byrne lebt und arbeitet in Durham, North Carolina.

Wir schreiben das Jahr 2068: Die Vereinigten Staaten und Europa sind in die Bedeutungslosigkeit gefallen, Indien und Äthiopien dagegen die stärksten Wirtschaftsmächte der Welt, deren Mega- Cities ständig mit Energie versorgt werden müssen. Zu diesem Zweck wurde der TRAIL erfunden - eine gigantische schwimmende Pontonbrücke, die über das Arabische Meer verläuft, Indien mit Äthiopien verbindet und Sonnenlicht in Strom umwandelt. Doch der TRAIL ist auch die letzte Hoffnung für die, die in den pulsierenden Riesenstädten Indiens keinen Platz mehr finden: Sie wandern über den TRAIL nach Afrika - für sie ist er die Brücke in eine bessere Zukunft. So wie für Meena und Mariama, die einander nicht kennen, aber deren Schicksal auf vielfache Weise miteinander verknüpft ist...(Klappentext)

Ich danke Heyne für die Bereitstellung des Leseexemplares.

Indien und Äthiopien sind die neuen Wirtschaftsmächte der Welt, die USA und Europa sind mittlerweile ohne Bedeutung. Um die Megacities der beiden Mächte mit Strom versorgen zu können, wurde der TRAIL, eine riesige Pontonbrücke über das Arabische Meer gebaut. Allerdings hat der TRAIL noch einen völlig anderen, inoffiziellen Zweck: Die Menschen, die in ihrer jeweiligen Heimat keinen Platz mehr finden, sehen in ihm eine Möglichkeit, in ein besseres Leben zu gelangen, so wie die junge Meena, die Indien hinter sich lassen will, um in Äthiopien dem Mörder ihrer Eltern auf die Spur zu kommen und die alte Mariama, die von Äthiopien her die Reise nach Indien antritt, um endlich mit den Geistern ihrer Vergangenheit abschließen zu können. Auch wenn Mariama und Meena sich nicht kennen, so sind ihre Geschichten miteinander verbunden...

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zu Beginn nicht ganz so einfach, aber das gab sich recht schnell. Meena selbst ist eine etwas schwierige, junge Protagonistin, die mich als Leserin zwar fasziniert hat, aber an die man nicht so richtig herankam. Da dies jedoch gewollt ist und sie sich jedem gegenüber verhält, ist dies auch kein größeres Problem. Für sie ist der einzige Daseinszweck, irgendwie nach nach Äthiopien zu gelangen, da sie in Indien nichts mehr hält. Mariama entpuppte sich ebenfalls als eine recht schwierige Protagonistin, jedoch lernen wir sie, anders als Meena, als alte Frau kennen, die nur noch die Geister ihrer Vergangenheit hinter sich lassen will. Erzählt wird die Geschichte wechselseitig, jeweils aus der Sicht Meenas und dann aus der Sicht Mariamas, sodass ich beide Protagonistinnen im Laufe der Geschichte näher kennen lernen und mich in ihr Denken und Handeln hineinversetzen konnte. Der einzige Unterschied war, dass Mariama uns rückblickend als alte Frau ihr Leben erzählte, sodass es stellenweise eher wie ein Monolog klang und Meena uns direkt mit auf ihre Reise genommen hat. 
Der Sprachstil der Autorin ist schön und flüssig, jedoch schnörkellos, sodass es meiner Meinung nach sehr gut zum Buch passt. Der Spannungsbogen wird direkt von Beginn an aufgebaut und durch einige unvorhergesehene Ereignisse noch verstärkt, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. 
Das Cover ist überwiegend Blau mit etwas Grau, man kann das Meer und die darüber verlaufende weiße Brücke erkennen, die vermutlich den TRAIL darstellen soll. Insgesamt passt es perfekt zur Handlung. 

Byrne gelingt mit Die Brücke ein Buch, über zwei recht mutige Protagonistinnen, die sich auf eine Reise begeben, die meiner Meinung nach nicht nur eine Reise in ein besseres Leben ist, sondern auch eine Suche nach dem Sinn des Lebens und eine Suche nach sich selbst. Alles in allem hat mir, als philosophisch interessierter Mensch, dieses Buch sehr gut gefallen, sodass es trotz einiger kleiner Schwierigkeiten am Anfang insgesamt
                                                              4 von 5 Sternen 

erhält.


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